Broschüre des RWV Die neueste Ausgabe (Heft 19) unserer Broschüre "Oper und Konzert" mit aktuellen Informationen und mehreren Artikeln steht als pdf-Datei zur Verfügung: Datei hier herunterladen
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Theatertagung
„Die Walküre“
Theatertagung der Evangelischen Akademie Hofgeismar
Das Thema in diesem Jahr: Richard Wagner - Die Walküre

Dass das Staatstheater Kassel in diesen Monaten zum fünften Male nach dem Krieg Wagners „Ring“ auf die Bühne bringt, war für die Ev. Akademie Hofgeismar Anlass, Wagner und seine „Walküre“ zum Gegenstand ihrer diesjährigen Theatertagung zu machen. Studienleiterin Kerstin Vogt bereitete sie vor: in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater (Michael Volk) und dem Richard-Wagner-Verband (Hansgeorg Kling).
Die Tagung fand vom 22. bis 24. März statt und wurde zu einem unerwarteten Erfolg. Wir werden in der im Juni erscheinenden Broschüre „Oper und Konzert“ wesentliche Teile der Tagung dokumentieren, indem wir einen Einblick in die gehaltenen Vorträge geben. Hinzu kommt, dass Studienleiterin Kerstin Vogt zu Beginn unseres Wagner-Treffs am 21. Mai bei uns sein wird, um eine Zwischenbilanz zu ziehen: Der „Ring in Kassel – nach „Rheingold“ und „Walküre“.

Mein Fazit zuerst: Es war ein sehr anregendes, informatives, ja, beglückendes Wochenende in Hofgeismar. Die Tagung begann am Freitagabend nach einem gemeinsamen Abendessen mit einem Vortrag von Karl Gabriel von Karais mit dem Titel „Seiner Raben beide sandt‘ er auf Reise“ – im Vogelflug über Wagners „Ring“. Er gab einen ersten Überblick darüber, was eigentlich „Der Ring des Nibelungen“ ist. Als aufschlussreich erwies sich in der Diskussion im Anschluss die Frage, wer von den etwa 30 Teilnehmern noch nie eine Oper von Richard Wagner gehört habe. Es stellte sich heraus, dass einige wenige sich noch nie mit Wagner beschäftigt hatten und sich von dieser Tagung einen Zugang zu dem Thema erhofften.

Nach dem gemeinsamen Frühstück am Samstag war Jürgen Otten, ehemals Musikdramaturg am Staatstheater in Kassel, der nächste Vortragende. Sein Thema war: „Wagners Kunstmythos“. In gewohnt umfassender Weise gestaltete er das Thema und gab viel Stoff zum Nachdenken. Nach einer Kaffeepause berichtete Hansgeorg Kling, unser RWV-Vorsitzender, über die vier „Ring“-Inszenierungen in Kassel zwischen 1960 und 1999.
Danach sprachen Markus Dietz, der Regisseur, und Francesco Angelico, der GMD des Kasseler Staatstheaters, über die Inszenierung der „Walküre“, die am 9. März Premiere hatte. Herr Dietz erklärte seinen Ansatz für die Inszenierung: „Sie will einfach nur erzählen, was geschieht, und hat keine übergestülpte Interpretation.“ Er sagte aber auch, dass er einige Ideen wegen des beschränkten Budgets nicht verwirklichen konnte. Für Herrn Angelico war es harte Arbeit, sich in dieses Mammutwerk einzuarbeiten, und es war ihm dabei wichtig, sich nur auf den Komponisten und Dichter Richard Wagner zu konzentrieren, die Biografie aber auszublenden. Beide Herren betonten ihre sehr harmonische Zusammenarbeit und schlossen dabei das gesamte Team mit ein. Durch diesen Einblick in die Arbeit und das Denken der beiden Herren war der gemeinsame Besuch der „Walküre“ im Kasseler Staatstheater, der am späten Nachmittag auf dem Programm stand, ganz besonders interessant.

Der Sonntag begann mit der Andacht „Inspiriert“ zur Oper „Walküre“. Daniel Holzhauser, Bariton am Staatstheater und ehemaliger Stipendiat des RWV Kassel (2017), sang mit Klavierbegleitung sehr ergreifend „Wotans Abschied“. Die Predigt von Kerstin Vogt verknüpfte hochinteressant Geschichten aus der Bibel (Genesis) mit der Handlung des „Rings“, eine für mich ganz neue Betrachtungsweise.
Danach kam die Gruppe noch einmal im Vortragssaal zusammen, wo Maria Radzikhovskiy, Musiktheater-Pädagogin und Leiterin des Cantamus-Kinder- und Jugendchores, uns über ihre Arbeit mit Jugendlichen berichtete. Es entspann sich eine lebhafte Diskussion darüber, was die älteren Musikliebhaber tun könnten, um Jugendliche an die klassische Musik heranzuführen. Frau Radzikhovskiy hat die Erfahrung gemacht, dass nach einer detaillierten Besprechung sowohl der Handlung der Oper als auch der Musik die Jugendlichen beim Erleben der Oper im Theater viel Freude haben.
Beim Abschied am Sonntagmittag waren sich die Teilnehmer (in der Mehrzahl Frauen) einig, dass eine solch intensive Beschäftigung mit Text und Musik den Genuss der Oper sehr steigert.

Renate Meyer-Seitz
„Siegfried“: Start zum dritten Teil des „Rings“ am 14. September Nachdem die beiden ersten Teile so großartig gelangen und auch von der Fachpresse hohes Lob bekamen, sind jetzt unsere Erwartungen auf „Siegfried“ gerichtet. Die Premiere ist am 14. September, das ist zugleich die Spielzeiteröffnung. Die weiteren Termine (für sie gibt es noch Karten): 21. und 28. September, 5. Und 26. Oktober. Die beiden Hauptpartien sind hochklassig besetzt: Siegfried wird von Mati Turi gesungen, Brünnhilde von der uns (z. B. von Turandot her) bekannten Kelly Cae Hogan.
Auch die Broschüre für die neue „Spielzeit 2019 – 20“, die Ende April erscheint, wird wesentlich im Zeichen des großen Projekts „Ring“ stehen.

Hansgeorg Kling