Broschüre des RWV Die neueste Ausgabe (Heft 18) unserer Broschüre "Oper und Konzert" mit aktuellen Informationen und mehreren Artikeln steht als pdf-Datei zur Verfügung: Datei hier herunterladen
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Neues aus dem RWV Kassel: Neuwahlen Die letztjährige Mitgliederversammlung stand im Zeichen von Neuwahlen des Vorstandes. Hansgeorg Kling wurde als Vorsitzender wiedergewählt. Er ist jetzt seit 1992 in diesem Amt. Stellvertretender Vorsitzender ist weiterhin Gerhard Becker. Neu ins Amt kam Paul Jung: Als Schriftwart löst er Renate Meyer-Seitz ab, die zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Wiedergewählt wurden Petra Becker als Schatzmeisterin und Hans-Jürgen Lötzerich als Beisitzer.
Kassel schmiedet den „Ring“ Ganz im Zeichen der „Ring“-Inszenierung, die das Staatstheater derzeit erarbeitet, stand die gut besuchte Mitgliederversammlung des Richard-Wagner-Verbandes Kassel (RWV) im November 2017. Die fünfte Produktion nach dem Weltkrieg, die Wagners Riesenwerk „Der Ring des Nibelungen“ in Kassel auf die Bühne bringt, startet am 1. September 2018 mit „Rheingold“.
Die Mitglieder erzielten schnell Einigkeit darüber, das Staatstheater bei der Realisierung des Projekts mit allen Kräften zu unterstützen, nicht nur materiell, sondern auch beratend. So unterstützt der RWV Kassel mit Werbemaßnahmen die angelaufene Spendenaktion der Fördergesellschaft „Wir schmieden den Ring“. Er diskutierte bereits im Vorfeld bei einem Vortragsabend mit Regisseur Markus Dietz und stellte dem musikalischen Leiter, GMD Francesco Angelico, Material von der Bayreuther „Jahrhundert“-Inszenierung (1976, Pierre Boulez) zur Verfügung. Zudem vereinbarte er mit Dramaturg Christian Steinbock eine Zusammenarbeit mit Blick auf die begleitende Ausstellung, die am 25. August im Opernfoyer eröffnet werden wird.
Den „Ring“ erlebten wir zuletzt vor 20 Jahren (Regie: Michael Leinert, musikalische Leitung: Roberto Paternostro). Viele haben ihn sich bewahrt in Gestalt der CD-Kassette, die die vier Abende aus den Jahren 1997 bis 1999 festhält.
Wir freuen uns sehr darüber, dass der „Ring“ von unserem neuen GMD Francesco Angelico dirigiert werden wird und dass der uns vertraute und durch seine bisherigen Opern-Inszenierungen (Turandot, Die tote Stadt, Elektra) bewährte Markus Dietz Regie führt.

DER „RING“ IN KASSEL
1961-64 - ML: Paul Schmitz / Regie: Hans Hartleb
1970-74 - ML: Gerd Albrecht, James Lockhart / Regie: Ulrich Melchinger
1983-91 - ML: Woldemar Nelsson, Peter Gülke, Bernhard Lang / Regie: Siegfried Schönbohm
1997-99 - ML: Roberto Paternostro / Regie: Michael Leinert
2018-20 - ML: Francesco Angelico / Regie: Markus Dietz
„Tristan und Isolde“ in Kassel: Eine Sternstunde unseres Theaters Ende Mai: ein ganz besonderer Theaterabend. Zum einen ist es für ein Theater ohnehin eine Herausforderung, dieses Werk Wagners auf die Bühne zu bringen. Zum anderen fügte sich nahezu alles zu einem Erlebnis, das nach der Aufführung von vielen als ungeheuer stark eingestuft wurde.
Das ergab sich aus dem Zusammenspiel von Orchester und Solisten, aus dem reduzierten Bühnenbild (drei Aufzüge - drei „archaische Urlandschaften“), das nicht ablenkte, und aus einer Personenführung, der es gelang, die „Tristan“-Handlung packend und überzeugend zu erzählen.
Zu danken haben wir das dem Orchester, das seine Wagner-Erfahrung voll ausspielte, und dem Gast-Dirigenten Constantin Trinks, der, ebenfalls Wagner-erfahren, den Sog der eher sinfonischen „Tristan“-Musik berauschend entfaltete. Zu danken haben wir das einem Solisten-Ensemble, in dem gerade auch zwei Große aus dem eigenen Haus glänzten (Ulrike Schneider und Hansung Yoo). Und nicht zuletzt einer Regie (Stephan Müller), die selbst das Düstere und Statische des dritten Aktes nicht langatmig werden ließ.
Die Stipendiaten des RWV Kassel 2018 Der Richard Wagner Verband Kassel ist im Wesentlich dazu da, den künstlerischen Nachwuchs zu fördern und die von Richard Wagner selbst gegründete Stipendienstiftung zu sichern. 2018 entsendet er vier Stipendiaten nach Bayreuth. Dafür stellt er etwas mehr als die Hälfte seiner Ausgaben zur Verfügung.

Kevin Junk
Stipendiat 2018, geb. 1991 in Marburg, Abitur 2011 am Gymnasium der Edertalschule Frankenberg, seit 2012 Studium fürs Lehramt (Musik, Philosophie) an der Universität Kassel, Schwerpunkt Konzertgitarre, seit 2007 Aktivitäten in verschiedenen Chören und Ensembles

Katharina Liebich
Stipendiatin 2018, geb. 1998 in Kassel, Horn, Studium Musikhochschule Köln, 2016 Abitur am Engelsburg-Gymnasium Kassel, seit 2013 Jugendsinfonieorchester Kassel (Leitung: Kiril Stankow), seit 2014 Landesjugendsinfonie-Orchester Hessen, 2018 auch Neue Philharmonie München

Diego Acena Moreno
Stipendiat 2018, geb. 1988 in Spanien, Stellv. Solo Flöte im Staatsorchester Kassel seit September 2016, Studienabschlüsse mit Bachelor in Aragon und mit Master in London, Orchestererfahrung in Essen, Dresden, London und im Gustav-Mahler-Jugendorchester

Gabriel Robles
Stipendiat 2018, geb. 1988 in Leon (Spanien), Solo Schlagwerk im Staatsorchester Kassel seit Januar 2016, Studienabschluss mit Diplom in Oviedo und Master in Weimar, Orchestererfahrung in Weimar (Staatskapelle) und Saalfeld-Rudolstadt (Thüringer Symphoniker)

Jan Wilhelm Bennefeld
Ersatz-Kandidat 2018, geb. 1997 in Bad Salzungen, Klarinette, Student an der Musikhochschule Köln, 2016 Abitur am Wilhelmsgymnasium Kassel, 2013 Jungstudent an der Musikakademie Kassel, seit 2013 Jugendsinfonieorchester Kassel (Leitung: Kiril Stankow)

Die Stipendiaten werden 2018 in Bayreuth neben Führungen, Vorträgen und Besichtigungen drei Aufführungen erleben: Lohengrin (6.8.), Holländer (7.8.), Parsifal (8.8.). Das öffentliche Stipendiatenkonzert findet am 9. August statt. Die Begegnung mit den anderen 250 Stipendiaten und Stipendiatinnen aus aller Welt wird für die vier von besonderem Wert sein.
Vorzüglicher Abend mit Daniel Holzhauser Einen packenden Vortrag von Daniel Holzhauser erlebten die Teilnehmer des Wagner-Treffs im Juli. Der am Staatstheater so erfolgreich wirkende Bariton berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Masterarbeit, die er am Schluss seines Studiums in München schrieb: „Biografische Bezüge Wagners in den Hauptfiguren der Meistersinger von Nürnberg“.
Dabei konzentrierte sich der Referent auf Hans Sachs und auf Walter von Stolzing. Es wurde deutlich, wie sehr Wagner Erlebnisse und Erfahrungen der rund vierzigjährigen Entstehungszeit (erste Beschäftigung mit dem Stoff 1827, also mit 14 Jahren, Uraufführung 1868) hier aufgriff und neu entfaltete. Bei Hans Sachs die Prägung als Künstler (auf Herder basierender „künstlerisch produktiver Volksgeist“), andererseits (mit dem Blick auf Eva) das intensive Werben um die 20 Jahre jüngere Mathilde Maier in Biebrich (ab 1862). Wagners Hang zum freien, unbelastet-mutigen Handeln und zu politischem Mut wurde aus der Charakterisierung Stolzings herausgearbeitet.
Dass der junge Bariton nicht nur vorzüglich singt (zuletzt in Kassel Papageno und die Lieder eines fahrenden Gesellen), sondern auch wie ein erfahrender Redner spricht, machte den Vortrag zum Erlebnis.